Forumtheater 2026: Eine Woche lang haben Schüler:innen der Mittelschule Feldkirch Gisingen gemeinsam mit Theatermacher Michael Schiemer eine Szene ihres Alltags entwickelt - und ihr Publikum eingeladen, Konflikte aufzulösen.
Am Ende steht keine fertige Lösung, sondern eine offene Frage ans Publikum: Wie hätte es anders laufen können? Die Schüler:innen der MS Feldkirch Gisingen haben im Rahmen einer Projektwoche eine kurze Theaterszene erarbeitet, die von Konflikten, Ängsten und Herausforderungen Jugendlicher handelt - und bewusst in einer Katastrophe endet. Bei der Aufführung im Mai 2026 waren die Zuschauer:innen eingeladen, „Stopp“ zu rufen, selbst auf die Bühne zu kommen und eine Figur zu übernehmen, um den Verlauf der Geschichte zu verändern.
Die Methode Forumtheater wurde in den 1970er-Jahren vom brasilianischen Theatermacher Augusto Boal als „Theater der Unterdrückten“ entwickelt und später von David Diamond zum partizipativen „Theater zum Leben“ weiterentwickelt. Es gibt keine vorgegebene Lösung und keine Wahrheit. Stattdessen wird gemeinsam mit Schauspieler:innen und Publikum nach Handlungsalternativen gesucht.
Wie in allen Forumtheaterprojekten wurde in einer Projektwoche gearbeitet: Ausgehend von Bildertheater und szenischen Übungen entwickelte die Klasse gemeinsam mit Michael Schiemer vom Vorarlberger Landestheater eine Szene, einigte sich auf deren Verlauf und probte bis zur Aufführungsreife. Am Ende der Woche stand die öffentliche Premiere, bei der auch das Publikum aktiv einbezogen wurde. Begleitet wurde die Klasse von den Lehrerinnen Ingrid Scharf und Birgit Pleunik.
Das Ziel ist eine kurze Szene, die in der Katastrophe endet. Und ein gemeinsames Improvisieren, wie sie verhindert werden könnte.
MICHAEL SCHIEMER
Die Ziele des Forumtheaters:
- Die Entscheidungen der Jugendlichen haben Auswirkungen. Veränderung ist möglich.
- Ein sicherer Raum, um schwierige Situationen spielerisch auszuprobieren.
- Konflikte aktiv ansprechen lernen, anstatt ihnen auszuweichen.
- Verantwortung übernehmen und Fehler als Lernchance begreifen.
- Neue Perspektiven entwickeln und ein gemeinsames Nachdenken über das Zusammenleben fördern.
Das Forumtheater an der MS Feldkirch Gisingen ist eines von insgesamt fünf Forumtheaterprojekten, die jährlich an Vorarlberger Schulen umgesetzt werden. Damit erhalten sie die Möglichkeit, sich mit den Mitteln des Theaters mit gesellschaftlich relevanten Themen wie Mobbing-, Gewalt- und Suchtprävention oder Zivilcourage auseinanderzusetzen. Begleitet von professioneller künstlerischer Anleitung und eingebettet in den Schulalltag.
Möglich wird das Projekt durch die Zusammenarbeit mehrerer Partner: Michael Schiemer und das Vorarlberger Landestheater bringen die künstlerische und methodische Leitung ein, die MS Feldkirch Gisingen mit ihren Schüler:innen und Lehrpersonen die inhaltliche Basis. Co-finanziert und unterstützt wird das Projekt von der Bildungsdirektion Vorarlberg, der Marke Vorarlberg und von Double Check.